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Kirchberg Logistik laesst Internet zensieren

October 23rd, 2007

Der Pornoanbieter Kirchberg Logistik hat Arcor nun gerichtlich per einstweiliger Verfügung dazu gezwungen, seinen Kunden den Zugang zu unliebsamer Pornokunkurrenz zu verwehren. Speziell geht es im Moment nur um die Website youporn. Die Betreiber dieser Website haben ihren Sitz ausserhalb Deutschlands und müssen sich daher auch nicht an die “berühmt-berüchtigten” deutschen Gesetze halten. Diesen Umstand nimmt Kirchberg Logistik als Vorwand um sich die Konkurrenz vom Hals zu schaffen.

Das Landgericht Frankfurt macht sich mit der einstweiligen Verfügung gegen Arcor zum Handlanger im Pornokrieg und läutet damit den Beginn der Internetzensur in Deutschland ein.

Das Problem ist nicht die Sperrung einer Pornosite. Dieses Angebot ist sicher entbehrlich. Vielmehr geht es um die Möglichkeit deutscher Firmen, per Gerichtsbeschluß die Zensur des Internet durchzusetzen. Der größte Teil der weltweit verfügbaren Websites entsprechen nicht den deutschen Gesetzen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis weitere deutsche Websitebetreiber sich auf diese Art die ausländische Konkurrenz vom Hals schaffen lassen.

Mein Aufruf an Arcor lautet: Sperrt Kirchberg & Co. gleich mit, damit dieses Beispiel keine Schule macht!

Künftig wir es in Deutschland kaum mehr möglich sein einen ungehinderten und ungefilterten Zugang zum Internet der “freien Welt” zu erhalten. Es sei denn man nutzt Dienste wie bspw. den der Firma RELAKKS aus Schweden (siehe Hinweis am Ende dieses Textes), mit deren Hilfe man 1. halbwegs anonym surfen kann und 2. sämtliche Portsperren und Filter der Provider oder deutsche Behörden umgangen werden können.

Natürlich soll dieser Dienst nicht zu kriminellen Handlungen animieren. Aber er sichert wirksam den ungehinderten Zugang zu Informationen und schützt gleichzeitig die Privatsphäre der Benutzer.

Update 25.10.07
Arcor hat die einstweilige Verfügung jetzt mittels DNS-Sperre umgesetzt. Diese Variante darf sicher als Alibilösung gewertet werden, denn über die IP-Nummer, oder die Nutzung eines anderen DNS-Servers ist die Website auch für Arcor-Kunden noch erreichbar.

Angeblich prüft Arcor noch die Möglichkeiten gegen die einstweilige Verfügung des Landgericht`s Frankfurt vorzugehen. Laut einem Bericht von Heise.de wartet Arcor aber noch die Ergebnisse der Verhandlungen über zwei weitere einstweilige Verfügungen gegen Provider aus Kiel und Düsseldorf ab.

Hinweis: Den Diensten der Firma RELAKKS stehe ich mittlerweile etwas kritischer gegenüber, daher habe ich auch den Link zu deren Websites entfernt. In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen anderen Post zu diesem Thema verweisen.Tags:

Mehr zu diesem Thema hier im Blog

2 Responses to “Kirchberg Logistik laesst Internet zensieren”

  1. Grobekelle  Says:

    Ich empfinde das Urteil auch als gefährlich. Zudem finde ich es lächerlich, dass sowas unter falschen Vorwand ausgefochten wird. Man kann nur hoffen, dass der Fall nicht als Präzidensfall in die Geschichte eingeht, und wir vor einer riesigen Welle der Internetzensur stehen.

  2. Gretus  Says:

    Hallo,

    ich verstehe nicht, warum sich jetzt alle so aufregen. Wenn es in Musikvideos pipst oder Kiniofilme zensiert werden, regt sich keiner auf. Gewisse Seiten im WWW gehören nicht unbedingt für Kinder zugänglich…

    Grüße

    Gretus

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